Der Dohlenkrebs
Austropotamobius pallipes – der seltenste heimische Flusskrebs Deutschlands. Rot-Liste-Kategorie 1: vom Aussterben bedroht.
Steckbrief
| Name | Dohlenkrebs |
|---|---|
| Wissenschaftlich | Austropotamobius pallipes |
| Größe | bis etwa 10 cm |
| Status | vom Aussterben bedroht (Rote Liste Kat. 1) |
| Vorkommen DE | nur Südbaden – nordöstliche Verbreitungsgrenze |
| Schwesterart | Steinkrebs (ebenfalls im Dreisamtal) |
Lebensraum
Der Dohlenkrebs braucht naturnahe, saubere Bachabschnitte mit Verstecken: Wurzeln, Steine, Uferhöhlen und ruhige Bereiche. Er reagiert empfindlich auf Verschmutzung, Niedrigwasser und Lebensraumverlust.
Warum so besonders?
In Baden-Württemberg sind Edelkrebs, Steinkrebs und Dohlenkrebs heimisch. Das Dreisamtal mit Brugga und Zuläufen gilt laut Regierungspräsidium als bundesweit bedeutsames Flusskrebsvorkommen – für Naturschutz und Wissenschaft gleichermaßen.
Die Bedrohungslage
Krebspest durch eingeschleppte nordamerikanische Krebsarten, extreme Niedrigwasser-Ereignisse seit 2018, Feinsedimenteinträge und Lebensraumzerstörung: Zwischen 2012 und 2023 schrumpften die bekannten Vorkommen in Baden-Württemberg um 13–25 %. Rund 80 Krebssperren schützen landesweit die verbliebenen Bestände.