Der Dohlenkrebs

Austropotamobius pallipes – der seltenste heimische Flusskrebs Deutschlands. Rot-Liste-Kategorie 1: vom Aussterben bedroht.

Dohlenkrebs in Nahaufnahme
Dohlenkrebs – erkennbar an den Dornen hinter der Nackenfurche.Foto: David Perez, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

Steckbrief

NameDohlenkrebs
WissenschaftlichAustropotamobius pallipes
Größebis etwa 10 cm
Statusvom Aussterben bedroht (Rote Liste Kat. 1)
Vorkommen DEnur Südbaden – nordöstliche Verbreitungsgrenze
SchwesterartSteinkrebs (ebenfalls im Dreisamtal)

Lebensraum

Der Dohlenkrebs braucht naturnahe, saubere Bachabschnitte mit Verstecken: Wurzeln, Steine, Uferhöhlen und ruhige Bereiche. Er reagiert empfindlich auf Verschmutzung, Niedrigwasser und Lebensraumverlust.

Warum so besonders?

In Baden-Württemberg sind Edelkrebs, Steinkrebs und Dohlenkrebs heimisch. Das Dreisamtal mit Brugga und Zuläufen gilt laut Regierungspräsidium als bundesweit bedeutsames Flusskrebsvorkommen – für Naturschutz und Wissenschaft gleichermaßen.

Die Bedrohungslage

Krebspest durch eingeschleppte nordamerikanische Krebsarten, extreme Niedrigwasser-Ereignisse seit 2018, Feinsedimenteinträge und Lebensraumzerstörung: Zwischen 2012 und 2023 schrumpften die bekannten Vorkommen in Baden-Württemberg um 13–25 %. Rund 80 Krebssperren schützen landesweit die verbliebenen Bestände.